Presseerklärung der WIR! Stiftung zum "Tag der Pflege 2021"

Mittwoch, 12. Mai 2021

 

 - Presseerklärung der WIR! Stiftung zum "Tag der Pflege"  am 12.Mai 2021:

Pflegende Angehörige stellen tagtäglich "die Pflege" in Deutschland sicher.

Am Tag der Pflege wird viel über Pflege gesprochen, geschrieben und diskutiert.
Die WIR! Stiftung Pflegender Angehöriger nimmt sich seit vielen Jahren dieses Themas aus der Sicht Pflegender Angehöriger an.
In der Regel wird mit "der Pflege" die professionelle Pflege gemeint.

Warum?

Über 80% der in Pflegegraden eingestuften Pflegebedürftigen jeden Alters (Destatis 12/20) werden von  Angehörigen gepflegt, begleitet und versorgt. Es erstaunt doch sehr, dass diese größte Gruppe in der ambulanten pflegerischen Versorgung am “Tag der Pflege” meist nur am Rande erwähnt wird.
Der größte Teil der pflegerische Versorgung wird in Deutschland traditionell in familien- und generationensolidarischer Selbstverständlichkeit vor allem von Frauen neben Beruf, Familie, Partnerschaft und Haushalt geleistet.
Pflegende Angehörige erhalten Ehrenamtspreise und werden als "stille Helden " hervorgehoben

Das genügt nicht!

Es muss eine politische und gesellschaftliche Diskussion geführt werden zu Themen wie:
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, geschlechtergerechte Aufteilung von Pflege- und Sorgearbeit und  Bewältigung von Pflege auf Distanz.
Es muss thematisiert werden, dass Pflege von nahestehenden Menschen sowohl auf Seiten der Pflegenden wie auch der Pflegebedürftigen altersunabhängig und freiwillig ist. 
Für Pflege- und Sorgearbeit muss ein finanzieller Leistungsausgleich gezahlt werden. Pflegende Angehörige dürfen nicht auf Grund von oft jahrzehntelanger Pflegetätigkeit ihr Alter in Armut verbringen müssen.
Der Begriff "pflegende Angehörige" muss rechtssicher definiert und mit einer Tätigkeitsbeschreibung versehen werden.
Eine zentrale Frage an die Politik ist: Wie kann es verantwortet werden, "die Pflege" zu über 80%  durch Bürgerinnen und Bürger leisten zu lassen, ohne eine tragfähige rechtliche und finanzielle Grundlage für diese Tätigkeit zu schaffen?

gez.                                                                                               
Brigitte Bührlen
Vorsitzende